"Akisha"
"Chaka" war im
dritten Lebensjahr, er hatte bereits zwei Prüfungen absolviert. Seine Sturm-
und Drangzeit war vorbei. In der Ridgeback-Szene kannte ich mich einigermassen
aus. Auf Ausstellungen und bei anderen Gelegenheiten schaute ich mir viele Hunde
an. Leiden mochte ich sie alle; einige jedoch mehr als andere.
Ich lernte die grossen Unterschiede kennen und hätte gerne "richtig"
mitgemacht.
Ja - ich wollte eine kleine Hündin haben. Die Holländer hatten mir zwar eine
in Aussicht gestellt, aber es dauerte und dauerte... Ich konnte es nicht
mehr abwarten. Der Zufall wollte es, dass ich von einem Wurf im Hamburger Raum
erfuhr: 12 Welpen, davon 4 Hündinnen, 5 Wochen alt. Nichts wie hin. Mutter und
Vater hatte ich schon als Junghunde kennengelernt; sie hatten mit "Chaka"
gespielt und mit ihm gemeinsam einen Erziehungskurs besucht. Zwei Welpen kamen für
mich in die nähere Wahl, sie waren sich unwahrscheinlich ähnlich. Es ist mir
schwer gefallen. Täglich habe ich sie besucht; mal mit meinem Mann, mal mit
meiner
Tochter und dann wieder ganz alleine. Schliesslich hatte ich mich für "Akisha"
entschieden.
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Nun sollte "Chaka" seine künftige "Schwester" in ihrer
Kinderstube besuchen und kennenlernen. 12 Welpen waren ihm jedoch eindeutig
zuviel. Er stakste sichtbar unbeholfen und deshalb unglücklich in dem Gewusel
von Hundekindern herum.
Endlich der grosse Tag, "Kishi" wurde abgeholt. "Chaka" war
natürlich dabei. "Akisha" sass auf meinem Schoss und das kleine Herz
schlug bis zum Hals.
Zuhause entpuppte sie sich als kleine freche Kröte, die alle anderen Tiere -
unseren alten Teckel "Asterix", die noch älteren Katerbrüder "Caruso"
und "Othello" und besonders ihren "grossen Bruder Chaka" um
die Pfote wickelte. Keiner hatte in Zukunft einen Platz für sich; "Kishi"
machte jedem seinen Stammplatz streitig; sie war schon damals schneller und vor
allem dreister als die anderen, wenn es darum ging, sich einen warmen Platz an
Frauchens Seite zu sichern. Wenn es aber einmal ernst wurde und "Kishi"
gegenüber einem der anderen den kürzeren zog, dann gab es nur einen, bei dem
sie Schutz und Zuflucht suchte - und fand, ihr "grosser Bruder Chaka".
Daran hat sich bis heute nichts geändert.
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Copyright © Birgit Brüger. Alle Rechte vorbehalten.