Ein besonderes Ereignis - 1. Advent 1999

Zähne putzen, Fell bürsten usw., sicher wieder so 'ne blöde Ausstellung. Ich hasse es, wenn man mich von allen Seiten begutachtet und begrabbelt. Dabei hatte ich doch längst meine drei "Vs". Frauchen sagt, die seien wichtig für die Körung. Wir fuhren los. Unterwegs ein kurzer Stop.

Ganz unerwartet kletterten Ellen, Frank und "Akimba" aus einem Auto neben uns. Dieser Angeber - wir hatten ihn und seine Menschen auf seiner Körung in Heimarshausen näher kennengelernt. Frauchen kennt seine Vorfahren bis hin zur Urgrossmutter in Windhoek/Namibia. Sie meint, er würde gut zu mir passen. Ich
soll ihn nicht so schroff behandeln. Aber ich hab es ihm richtig gezeigt, wann immer wir uns getroffen haben. Der soll bloss nicht denken, dass ich auf ihn abfahre. Frank und Ellen sind ja ganz nett, besonders sie hat immer vorzügliche Leckerlis.

Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter nach Schwarmstedt. Dort im Hotel angekommen, wimmelte es von Ridgebacks und ihren Menschen. Wir machten zunächst einen Gang durchs Gelände. "Akimba" hab ich natürlich völlig ignoriert. Schliesslich bekam ich aber doch Lust auf ein Spielchen; es war so ein grosser,
einladender Hügel da. Ich habe Kimba kurz fixiert und ab gings; wir beide in wilder Hatz den Berg hinauf. Doch, was war das? Wir konnten nicht mehr hüpfen, sondern versanken bis zum Bauch. Wir standen in einem stinkenden Schlammhügel! Aufgeregtes Menschengeschreie erreichte uns. Was die immer wollen..., erst soll ich mich mit ihm amüsieren, dann ist es auch wieder falsch. Mühselig stapften wir aus dem Schlamm heraus, den Hügel hinunter zu unseren Leuten. Frauchen starrte mich fassungslos an. Ellen und Frank platzten vor Lachen. "Wie sollen wir die beiden sauber bekommen? Schwarze stinkende Ridgebacks - und das zur Körung"! "Wir kommen noch nicht mal ins Hotel unter die Dusche," stöhnte Frauchen. Glücklicherweise sahen wir einen kleinen Fluss. "Akimba" und ich stolzierten bis zum Bauch ins Wasser, mehr war wieder nicht drin, weil ich mich nicht erkälten durfte. Nun ein paar Runden toben, im Galopp zum Auto, in eine grosse Decke und dann ins warme Hotel. Selbst Frauchen sah inzwischen aus wie ein Ferkel, alles schwarz besprenkelt bis unter die Brille. Unter der Dusche wurde der letzte Dreck von mir entfernt. Mit Handtüchern und Föhn wurde ich wieder flott gemacht; dann ab ins Auto und mit Decke ins Gasthaus zur Züchtertagung.

Am nächsten Tag dann die Körung. Ich war auch noch als erste dran, ladies first. Frauchen war total aufgeregt. Wir mussten in eine Reithalle. Ich durfte mit einigen netten Kerlen spielen; "zur Entspannung". Dann wieder dieses Begrabbeln, wie nie zuvor. Ich dachte, man zieht mir das Fell ab. Nun Zähne zeigen, als ob ich nicht alle hätte. Endlich waren die Leute zufrieden. Ich wurde angekört; man gratulierte mir und Frauchen. Es gab Leckerlies, Menschen schauten mich an - ehrlich, ich war richtig stolz. Zuhause hatte ich wieder viel zu erzählen. Ob Chaka wohl neidisch war....?


Copyright © 2001 Birgit Brüger. Alle Rechte vorbehalten.